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Stadtmanagement-Workshop des Oberweseler Vereinsrings

Oberweseler Vereinsvertreter diskutierten im Loreley-Café über das Entwicklungspotenzial der Rheinstadt

Obwohl der Oberweseler Gewerbeverein e.V. (OGV) außerplanmäßig zu einem Treffen einlud war die Resonanz enorm. So konnte OGV-Vorsitzender Christian Jäckel, der in diesem Jahr den Vorsitz des Vereinsrings innehat, gut 50 Prozent der Vereinsvorsitzenden im Loreley-Café der Loreleyklinik Oberwesel begrüßen.
 
Eigentlich sollte dieses Ergebnis jedoch nicht verwundern. Ist in Oberwesel das Vereinsleben doch so lebendig wie eh und je. Nicht weniger als 44 Vereine zählt die Kernstadt mit ihren 2.150 Einwohnern. Vom Angelsportverein, über die Freiwilligen Feuerwehren, Karnevalsvereine und dem Historischen Bauverein hin zu Nachbarschaften, Sportvereinen, den Weinbruderschaften und dem Verein zur Erhaltung mittelalterlichen Brauchtums ist alles vertreten.

Der Workshop gestaltete sich entsprechend lebendig. Nach kurzen Grußworten von Stadtbürgermeister Jürgen Port und Stadtmanagerin Imke Senst ging es sofort los. Auf gelbe und orange Zettel wurden die positiven und negativen Aspekte notiert, die den Vereinsvorsitzenden über ihre Stadt einfielen.

OGV-Vorsitzender Christian Jäckel bei der Moderation des Stadtmanagement-Workshops

Im Anschluss wurden die Zettel den daraus resultierenden Überbegriffen „Image“, „Lebensqualität“, „Kultur“, „Infrastruktur“, „Tourismus“ und „Gewerbe“ zugeordnet. Schnell zeigte sich, dass sich auch eine Rubrik „Verbesserungsvorschläge“ als sinnvoll herausstellte. Schließlich wollten die Workshop-Teilnehmer nicht nur über den Ist-Zustand reden, sondern gleich zur Verbesserung der aktuellen Situation beitragen.

Die meisten positiven Nennungen erhielt die Rubrik „Tourismus“. Neben der Stadtmauer wurden vor allem Veranstaltungen wie das Spectaculum, der Weinmarkt und die Stadtführungen genannt. Bei den Überbegriffen „Kultur“ und „Lebensqualität“ überwogen ebenso die positiven Nennungen. Hier standen das Stadtbild mit den Kirchen, das Kulturhaus sowie das Vereinsleben an der Spitze.

Obwohl beim Tourismus die positiven Aspekte überwogen, hielten sich die Vereinsvorsitzenden auch mit Kritik nicht zurück. So wurden vor allem die Vermarktung, Teile der Gastronomie sowie das touristische Angebot bemängelt. Die meiste Kritik wurde jedoch in der Rubrik „Image“ geübt. Dabei wurde am häufigsten das Erscheinungsbild der Stadt (Busbahnhof, Rheinanlagen und öffentliche Toiletten) genannt.

Roland Schmelzeisen und Christian Jäckel (OGV)

„Insgesamt herrschte an diesem Abend in eine sehr positive Grundstimmung,“ bilanzierte OGV-Vorsitzender Christian Jäckel. Auch für Stadtbürgermeister Jürgen Port steht nach diesem Treffen fest: „Wir sind in der engen Kooperation Stadt und Gewerbe in Verbindung mit unseren „Aktivposten“ auf dem richtigen Weg, die Entwicklung Oberwesels in positive Bahnen zu lenken.“

Damit nicht alle guten Vorsätze im Sande verlaufen, wurde ein nächstes Treffen bereits geplant, bei dem die zu verzeichnenden Fortschritte dargestellt werden sollen. Es wird aber auch eine Gelegenheit sein, die bisher noch nicht umgesetzten Wünsche wieder in Erinnerung zu rufen.


Einladung zur Informationsveranstaltung
"Stadtmanagement Oberwesel"


Oberwesel ist bekannt als die Stadt der Türme und des Weines. Der Wert von Traditionen ist hoch, aber den Wandel darf man nicht aus dem Auge verlieren. Daher lohnt es sich regelmäßig zu prüfen, ob das, was den Bürgerinnen und Bürgern angeboten wird, noch Akzeptanz findet und eine Zukunft hat.
 
Seit Anfang dieses Jahres arbeiten daher die Stadt Oberwesel und der Oberweseler Gewerbeverein in diesem Sinne zusammen.

Die Belange des „Standorts Oberwesel“ gehören kontinuierlich auf den Prüfstand, damit Probleme erkannt und gelöst werden können. Das meint weniger ein Kurieren an Symptomen, sondern vor allem die Entwicklung innovativer Ideen und Konzepte.

Davon profitieren letztlich alle, die Oberwesel als Standort – aus privaten und/oder beruflichen Gründen – gewählt haben.

Sie sind für uns ein wichtiger Partner. Wir sind an Ihren Einschätzungen zum Standort Oberwesel und Ihrem Engagement sehr interessiert, und würden uns über eine aktive Mitwirkung an unserem Anliegen freuen.
 
Das Image einer Stadt ist bereits heute ein bedeutendes Thema. Diesem Wettbewerb müssen wir uns stellen. Die Einrichtung eines Stadtmanagements ist eine wichtige Weichenstellung, mit der wir die Herausforderungen der Zukunft angenommen haben.
 
Gemeinsam mit unserem Bürgermeister Jürgen Port und der Stadtmanagerin Imke Senst möchten wir Sie recht herzlich zu der Informationsveranstaltung „Stadtmanagement Oberwesel“ am Mittwoch, 30. Juni 2010 um 19.00 Uhr im Garten des Minoritenkloster einladen. 

Ein gutes Glas Wein soll an diesem Abend nicht fehlen. Für Ihr leibliches Wohl wird also gesorgt sein. Wir bitten um eine kurze Anmeldung per E-Mail, Telefon oder Fax. Vielen Dank!
 
Wir freuen uns auf Sie!


Pessimismus hat in Oberwesel keinen Platz mehr – Unternehmergespräch vor Ort des Regionalrats Wirtschaft im Kulturhaus

 Regionalrat Wirtschaft Rhein-Hunsrück e.V.Der Regionalrat Wirtschaft Rhein-Hunsrück e. V. setzte seine erfolgreiche Veranstaltungsreihe „Unternehmergespräch vor Ort“ im Kulturhaus in Oberwesel fort. Rund 75 Teilnehmer richteten bei einer Podiumsdiskussion ihr Augenmerk auf die wirtschaftliche Entwicklung in der Verbandsgemeinde St. Goar-Oberwesel.

Imke Senst, seit Jahresbeginn neue Stadtmanagerin in Oberwesel, stellte sich und ihr Aufgabengebiet vor. Als wichtige anstehende Projekte nannte sie ein aktives Leerstandmanagement und eine weitere Förderung des Wochenmarktes. Dass der Standort St. Goar-Oberwesel, wie auch das gesamte Mittelrheintal, über enormes Potenzial , insbesondere im Tourismus, verfügt, verdeutlichte anschließend Guido Hönig von der Romantischer Rhein Tourismus GmbH. Um dieses Potenzial stärker zu nutzen, empfahl er beispielsweise, die Öffnungszeiten der Touristinformationen, gerade an Wochenenden, ebenso auszudehnen wie die täglichen Fährzeiten. Verbandsbürgermeister Thomas Bungert, einer der zehn auf dem Podium Versammelten, griff dies direkt auf, forderte aber zusätzlich die baldige Umsetzung der Brückenlösung als für beide Rheinseiten eminent wichtige Verkehrsanlage.

Unternehmergespräch in Oberwesel des Regionalrats Wirtschaft im KulturhausDass man gerade in Oberwesel nach vorne schaut und Probleme aktiv angehen möchte, machte Stadtbürgermeister Jürgen Port klar: „Pessimismus hat in Oberwesel keinen Platz mehr!“ Die Einstellung einer Stadtmanagerin ist dabei ein bedeutsamer Baustein. Für einen pessimistischen Blick in die Zukunft besteht aus Sicht von Landrat Bertram Fleck auch gar kein Grund, wird doch, so seine Erfahrungen aus internationalen Diskussionen zum Welterbestatus, das Mittelrheintal in einem Atemzug mit den Pyramiden von Gizeh, der Serengeti oder der Chinesischen Mauer genannt. Dabei hat er auch erfahren, dass immer mehr Touristen ganz gezielt ein Welterbe nach dem anderen aufsuchen.

Überhaupt, so der Landrat, sei seit einigen Jahren ein wesentlich stärkeres Miteinander zwischen den Orten am Rhein, auch über den Strom hinweg, entstanden, wofür er als Beispiel die „Welterbegastgeber“ nannte, die weit über den eigenen Tellerrand hinausblicken und Empfehlungen auch für andere Betriebe abgeben. Dass gemeinsame Aktivitäten stets mehr Aussicht auf Erfolg haben, vertrat Eberhard Noll von der IHK Koblenz. Er ist sich sicher, dass die Form der Diskussion und Zusammenarbeit beim Thema Bahnlärm so früher nicht denkbar gewesen sei: „Beide Rheinseiten ziehen hier an einem Strang!“

Das Unternehmergespräch, das vom Vorsitzenden des Regionalrates, László Gilányi moderiert wurde, bindet nicht nur die Podiumsteilnehmer, sondern gerade auch das Publikum ein.

Ein Problem, das viele gastronomische Betriebe Jahr für Jahr beschäftigt, ist das der Saisonarbeitskräfte. Im Winter stellt sich stets die Frage, ob man qualifizierte Mitarbeiter entlässt oder, teils bei sehr geringer Auslastung, weiter beschäftigt. Von der Arbeitsverwaltung forderte Trudel Weiler flexiblere Möglichkeiten für die Unternehmen, damit die guten Arbeitskräfte nicht in fachfremde Bereiche abwandern, wichtig gerade vor dem Hintergrund des wachsenden Qualitätsbewusstseins der Urlauber. Andrea Detemple von der Agentur für Arbeit Koblenz, verwies auf gesetzliche Regelungen, an die sich die Agentur zu halten habe, auch wenn die Problematik sehr wohl bewusst sei. Zufrieden war Frau Weiler damit nicht, weil sie von Betrieben in anderen Agenturbezirken weiß, dass man dort flexiblere Lösungen anwendet und auch die besonderen Bedürfnisse der Gastronomie stärker im Auge hat.

Eine Lösung wäre natürlich eine Verlängerung der Urlaubssaison am Mittelrhein, was auch als konkretes Ziel von Thomas Bungert genannt wurde. Im nach wie vor ungelösten Problem des Bahnlärms sieht Heinrich Hütte, Hausherr des Kulturhauses, das Hauptproblem für längere Verweildauern. Landrat Fleck unterstützte dies und brachte den Vorschlag von nach Lärmverursachung gestaffelten Trassenpreisen ins Gespräch. Die Planung einer Alternativstrecke ist für Bungert, der im Kampf gegen den Lärm und im Umgang mit der Bahn einschlägige Erfahrungen gesammelt hat, unbedingt zeitnah anzugehen, auch und gerade weil ihm bewusst ist, dass bis zu einer Realsierung Jahrzehnte vergehen werden.

Inwieweit die bestehende „Rheingoldstraße“ noch eine Rolle in der regionalen Tourismusstrategie spielt, wollte Claus Düker wissen. Außer einer wöchentlichen Rundfahrt entlang dieser Straße in einem Historischen Bus fließt die Rheingoldstraße nicht weiter in aktuelle Projekte ein, so die Antwort von Bürgermeister Port.

Mit zunehmenden Leerständen haben viele Innenstädte sehr zu kämpfen. Diese in Oberwesel, wie auch an anderen Standorten im Kreis, zu erfassen und möglichst zu beseitigen, ist ein gemeinsames Ziel. Aus Sicht von Wolfgang Nass, Vorstandsmitglied der Kreissparkasse, wären Vorzeigeprojekte in der Region sehr wichtig, die Möglichkeiten aufzeigen, wie ältere Immobilien wieder an moderne Ansprüche angepasst werden können. In jedem Fall, so Nass, müsse frühzeitig von privater Seite investiert werden, um zum einen den Wert der Häuser zu erhalten, zum anderen aber auch die eigene Lebensqualität zu erhalten. Als Partner stehen die Sparkasse ebenso wie die von Christoph Neubauer auf dem Podium vertretenen Volks- und Raiffeisenbanken zur Verfügung. Von Investitionen in die Gebäude, gerade im Bereich der Energieeffizienz, würde zuletzt auch das regionale Handwerk profitieren, das an diesem Abend von Helmut Weiler von der Kreishandwerkerschaft Mittelrhein repräsentiert wurde.

Nach der intensiven Diskussion, die bei einem Glas Rheinwein ausklang, überlegt der Regionalrat bereits, wo das nächste Unternehmergespräch vor Ort stattfinden soll.


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